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Im Jahr 1964 wurde von Musikliebhabern aus Eisenstadt, Neusiedl/See und Mattersburg das „Kammerorchester Joseph Haydn Eisenstadt” zum Zwecke der Pflege der Musik Joseph Haydns im Burgenland gegründet. Die Initiative dazu ging vom damaligen Musikreferenten Prof. Karl Gradwohl und dem Musikpädagogen Prof. Eduard Ehrenreich, der dem Orchester für 17 Jahre auch als künstlerischer Leiter vorstand, aus. In den ersten Jahren standen eher klein besetzte Werke auf dem Programm des Orchesters. Nicht zuletzt durch die Gründung des Joseph Haydn Konservatoriums und den konsequenten Ausbau des burgenländischen Musikschulwesens, konnte der Verein immer mehr MusikerInnen als Mitglieder gewinnen. Damit wurden auch vermehrt groß besetzte Werke der Klassik und Romantik ins Repertoire aufgenommen. Die 2008 erfolgte Namensänderung auf „Haydnorchester Eisenstadt” dokumentiert diese Entwicklung auch nach außen hin. Das Orchester hat derzeit an die 60 ständige Mitglieder – InstrumentallehrerInnen, MusikstudentInnen und engagierte Liebhaber – mit einem erfreulich hohen Anteil an jungen MusikerInnen.
Die Heimstätte des Orchesters ist das Schloss Esterházy in Eisenstadt. Die unvergleichliche Gelegenheit, im selben Raum musizieren zu können, in dem schon Joseph Haydn mit seiner fürstlichen Hofkapelle geprobt hat, und der einzigartige Haydnsaal als ständiger Aufführungsort prägen den Stil des Orchesters und erfüllen seine Mitglieder mit großer Freude, Stolz und Dankbarkeit. Dieser Geist und nicht unbedingt die technische Perfektion macht die Besonderheit des Klangkörpers aus.
Das Haydnorchester spielt zehn bis fünfzehn Konzerte pro Saison, wobei sich der programmatische Bogen von Werken der Wiener Klassik über die symphonische und Konzertliteratur der Romantik, von den großen Chor- und Orchesterwerken über die Musik der Strauss-Dynastie bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen spannt. 2008 erfolgte daher die Namensänderung auf „Haydnorchester Eisenstadt”. Zusätzlich zur Konzerttätigkeit bildet die Kirchenmusik eine wesentliche Aufgabe der OrchestermusikerInnen. Neben den regelmäßigen Auftritten an den „Haydn-Originalschauplätzen” (Schloss Esterházy, Bergkirche und |
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Kirche der Barmherzigen Brüder), sowie in den burgenländischen Konzertsälen und vielen Kirchen des Landes, konzertierte das Haydnorchester in Wien und in anderen Bundesländern. Konzertreisen führten nach Ungarn, in die Bundesrepublik, nach Frankreich und nach Italien. Mit dem Haydnorchester haben namhafte Solisten musiziert, u.a. der Kontrabassist Ludwig Streicher und die Trompeterin Carol Dawn-Reinhardt. Die Förderung junger burgenländischer MusikerInnen war und ist eine der vorrangigsten Aufgaben des Ensembles. Einige der vielen SolistInnen, denen das Haydnorchester erstmals ein Podium bot sind die Pianisten Clara Frühstück, Harald Kosik und die Brüder Kutrowatz, die Streicher Bernd (Violine) und Hannes (Cello) Gradwohl, der Oboist Peter Schreiber, Katrin Gstöttenbauer (Klarinette) und Johanna Ensbacher (Violine). Die Konzertreihe Junge SolistInnen lassen aufhorchen ist eines der Aushängeschilder des Haydnorchesters in diesem Bereich.
Der Großteil der Konzertaufführungen erklang unter dem Dirigat der beiden künstlerischen Leiter Eduard Ehrenreich (1964–1981) und Wolfgang Lentsch (seit 1981), dessen 30–jähriges Jubiläum wir mit dem heutigen Konzert feiern. Gastdirigenten waren u.a. Otto Strobl, Harald Dreo, Stefan Kocsics, Walter Franz und Christian Kolonovits. Vor drei Jahren wurde mit der Bestellung Peter Schreibers zum stellvertretenden Leiter sichergestellt, dass das Haydnorchester auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Musikleben des Burgenlandes einnehmen wird.
Johanna Ensbacher hat als Konzertmeisterin die Entwicklung vom Kammerorchester zum symphonischen Klangkörper des heutigen Haydnorchesters musikalisch einfühlsam mitgestaltet. Wie ihre Vorgängerin Dorli Gradwohl ist sie auch als Musikpädagogin und Solistin tätig.
Nach vier Jahren neu strukturierendem Musikmanagement von Katrin Gstöttenbauer steht jetzt mit Judith Rechnitzer zum zweiten Mal eine Frau an der Spitze des Vereines. Als langjähriges Orchestermitglied auf der Bratsche kennt sie die MusikerInnen und die Geschichte des Orchesters und ist bestens geeignet, bewährte Konzertreihen weiterzuführen sowie neue Konzepte gemeinsam mit den Kulturpartnern der Region erfolgreich umzusetzen. |